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Dez 27

Letzte Tage in Neuseeland

Meine letzten Tage auf meiner Weltreise wollte ich mit Freunden verbringen und nicht mit Sightseeing. Daher fuhr ich nochmals in den Norden zur Golden Bay, wo Joe wohnt. Hier traf ich auch auf Liam, welchen ich am HU-Meeting in Indonesien kennen gelernt habe (er war damals mit einem Australischen Postibike, 110cc unterwegs). Er kam mit seiner Freundin Mira ebenfalls ein paar Tage zu Joe. Da Liam und ich momentan ohne Motorräder unterwegs waren, lieh uns Joe seine Suzuki und Honda. So machten wir einen Ausflug zur schönen Totaranui Bucht im Abel Tasman Nationalpark. Auf dem Rückweg fuhren wir dann einen Berg hoch, wo wir einige kleinere Bach Durchfahrten und noch mehr Schotter hatten. Zu Oberst hatten wir dafür eine sehr schöne Aussicht auf verschiedene Buchten. Es machte extrem Spass nach einigen Wochen Mietauto fahren, wieder mal über kurvige Schotterstrassen mit dem Motorrad zu fahren. Ich merkte erst da, wie ich mein Motorrad eigentlich vermisste…

Zwei Tage später nahm ich Liam und Mira mit nach Christchurch, da sie auch von dort aus mit dem Flieger, Neuseeland verlassen wollten. Auf dem Weg in die Stadt machten wir Halt bei den Maruia Hot Springs und gönnten uns ein bisschen Entspannung in den heissen Bädern. In Christchurch kann man nach wie vor die Auswirkungen der Erdbeben sehen. Es hat überall Baustellen und provisorische Bauten in Containern. Die Erdbeben von 2010 und 2011 hatten zahlreiche Gebäude schwer beschädigt oder zerstört. Damals wurde der Notstand ausgerufen, Nahrungsmittel rationiert und der Internationale Flughafen geschlossen.

Leider hiess es dann Abschied nehmen und ins Flugzeug steigen um die lange Heimreise in die Schweiz anzutreten. Ok so lange war die Heimreise dann doch nicht. 24 Stunden in diversen Flugzeugen im Gegensatz zu 1.5 Jahren auf dem Motorrad, erscheint einem dann doch relativ kurz 😉 Die Schweiz empfing mich mit Schnee und kühlen Temperaturen. Nach 30 Grad in Neuseeland ein rechter Temperaturschock. Der Empfang von meiner Familie, Freunden und Verwandten am Flughafen, war aber um so wärmer. Es ist schön, dass man nach so langer Zeit fern von zu Hause so herzlich Empfangen wird 🙂

Die Motorräder wurden in der Zwischenzeit von Sydney, Australien nach Zürich mit dem Flieger verschickt und kamen 2 Tage nach mir an. Das Stempeln des Carnet de Passages und die Abwicklung der Flughafen Gebühren stellte sich als unkompliziert heraus und hatte ich innerhalb 15 Minuten erledigt. Da Thomas ja noch in Neuseeland beim Wandern ist und ich nicht 2 Motorräder gleichzeitig abholen konnte, organisierte ich den Transport der Motorräder vom Flughafen direkt zu Thomas Eltern nach Hause, was ebenfalls sehr gut funktionierte. Als meine XT wieder fahrtüchtig war (die Batterie war nach 7 Wochen Stillstand tot), liess ich es mir nicht nehmen, eine kleine Ausfahrt mit meinem XT zu machen. Trotz nur 5°C Aussentemperatur und Regen, machte es extrem Spass wieder auf meinem Motorrad zu sitzen 🙂

Einige Zahlen nach 1.5 Jahren Reise mit den Motorrädern:

Silvia Thomas
Allgemein
Kilometer 59’106 75’700 Thomas war 3 Monate alleine unterwegs, da ich wegen meinem Armbruch aussetzen musste.
Länder 22 27
Reifen 9 12 Wir fahren wenn möglich Mitas E07, da diese Reifen extrem lange halten.
Reifenpannen 1 3
Rahmenbrüche 1 0
Knochenbrüche 1 0
Käferbedingte Ruhetage 3 7.5 Totalausfälle, kein Motorradfahren möglich
Maximale Höhe 4655m 5360m
Maximale Tiefe -30m -30m Tieftauchgang
Maximale Umgebungstemperatur 48°C 48°C Im Iran
Minimale Umgebungstemperatur 5°C 0°C geschätzt
Motorradtransporte
 Schiff 16 16
 Flugzeug 2 1
Lastwagen 3 1
4 x 4 1 0
Technisches
 Antriebsketten 2 3
Lenkkopflager Sets 0 3
Radlager Sets (hinten) 1 3
Verbogene Lenker 0 1
Ölwechsel 5 7
Luftfilterwechsel 2 5
Verbogene Alukoffer 3 0
Sonstige durch Unfall zerstörte Teile 7 0
Sonstige durch Defekt zerstörte Teile 2 4 Inkl. 1 Garmin Navi bei Silvia
Verlorene Nummernschilder 1 0
Verschlissene Fake Nummernschilder 2 0

4 Kommentare

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  1. Möckel Gabriela Manfred

    Hallo Silvia,

    schön das wir auf Deiner Reise mit Text und Bildern dabeisein durften. Getroffen haben wir dich ja auch beim tauchen in Bali und abends in JOS Bar. Du wirst von den 1,5 Jahren noch lange zehren und sie werden dich auf deinen Weg stärken.
    Schade auch für uns das es jetzt vorbei ist. Aber wie heißt es —man trifft sich immer zweimal—

    Viele Grüße und gute Wünsche von Gabriela und Manfred

    1. Sile

      Hallo Manfred
      Danke, ich erinnere mich noch gut an den lustigen Abend in Bali 🙂
      Nun hat mich bald der Alltag wieder und es heisst Arbeiten und Geld verdienen damit ich bald wieder bereit für die nächsten Abenteuer bin 😉
      LG
      Silvia

  2. Walti T + HU

    Liebe Silvia

    Die interessanten Einträge im losduesen.ch werden wir vermissen. Wir sind aber glücklich, dass du gesund und wohlbehalten wieder zurückgekehrt bist. Hoffentlich bleiben allen Expeditionsteilnehmern und Lesern eurer Beiträge die Erinnerung noch lange haften.

    Liebe Grüsse aus 5712

    1. Sile

      Hallo
      Danke für die lieben Worte. Auch ich freue mich, wieder zu Hause zu sein und die Vorzüge der Schweiz geniessen zu können 🙂
      LG
      Silvia

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