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Dez 07

Neuseeland Südinsel

Auf dem Weg zum Franz Joseph Gletscher, führte die Strasse der Küste entlang. Diese ist unglaublich schön und wild. Hier sieht man auch spezielle Gesteinsformationen, die Pancake Rocks. Wieso diese Felsen übereinander gelagerte Schichten haben, so dass sie wie Pancakes aussehen, soll laut einem Schild, für die Geologen nach wie vor unklar sein. Interessant sahen sie trotzdem aus.

Beim Franz Joseph Gletscher entschied ich mich, die Wanderung hinauf zum Roberts Point zu machen. Es geht über einige schmale Hängebrücken und über Felsen und Geröll mit einigen Kletterpartien hinauf auf 605m, wo man eine wunderbare Sicht auf den Gletscher hat. Dort angekommen, traf ich einen Italiener und zwei Deutsche. Schon lustig, dass man so weit reisen kann und dann Leute aus den Nachbarländer trifft. Dieser Gletscher ist ca. 10 km lang. Er entstand, da zwei tektonische Platten hier aufeinander treffen und so ein hohes Gebirge entstand, welches die idealen Bedingungen für einen Gletscher bot. Früher reichte der Gletscher sogar bis ans Meer.

Der Fox Gletscher war für mich ein bisschen weniger Spektakulär, da man nicht so Nahe an den Gletscher laufen kann. Er schiebt viel Gestein auf dem Eis vor sich her und erscheint daher nicht weiss, sondern grau.

Als ich in Wanaka ankam, war ich erst Mal erschrocken. Das Dorf war überlaufen mit Leuten! Man fand nicht einmal einen Parkplatz, alles war zuparkiert. Offensichtlich hat die Hochsaison begonnen in Neuseeland und hier in Wanaka und in Queenstown sammeln sich nun die Touristen. Hochsaison heisst auch, dass man als allein Reisende plötzlich den doppelten Preis für das campieren zahlen muss. Denn die Betreiber der Campingplätze sagen sich, dass sie den Platz, welcher ja eigentlich Platz für 2 Leute bietet, garantiert vergeben können und daher muss man als Alleinbenützer auch den Preis für 2 Leute zahlen. Zum Glück fand ich doch immer einen Campingplatz, der noch nicht auf Hochsaison umgestellt hat und ich kam billiger davon. Um dem ganzen Trubel zu entfliehen, wanderte ich hinauf auf den Roys Peak. Ich wollte lieber Natur als zu viele Leute um mich. Die Route führte mich, steil Bergauf auf den 1578m hohen Berggipfel. Ich wurde belohnt mit einer so schönen Aussicht, dass ich gleich 1,5h oben blieb. Es gab kaum Wolken, die Sicht war so klar, einfach ein Traum. Obwohl ich früh (6:40Uhr) los wanderte, war es im unteren Teil schon extrem heiss, da die Sonne nur so hinunter brannte. Als ich dann kurz vor Mittag wieder unten war, kamen mir viele Leute entgegen, die keinen Sonnenschutz dabei oder sogar nicht mal Wasser dabei hatten und 2h Stunden steil bergauf wandern wollten. Da kann ich nur den Kopf schütteln, denn inzwischen war es 30 Grad warm und die Sonne schien unerbärmlich vom Himmel. In Queenstown lief ich dann noch früher los (6:15 Uhr), um den Ben Lomond Gipfel zu erreichen. Einerseits um der Hitze zu entgehen und andererseits dem Massentourismus. Denn es gibt eine Gondel, mit welcher man die ersten ca. 600 Höhenmeter überwinden kann. Natürlich wählen viele diesen einfacheren Weg. Aber wenn ich einen Gipfel erklimme, dann schon von ganz unten 😉 An diesem Tag, war ich die erste Frau, oben auf dem 1748m hohen Gipfel. Vor mir waren nur zwei Typen oben, welche den Sonnenaufgang sehen wollten. Leider war zu Oberst die Sicht auf Queenstown durch Wolken verdeckt. Es kam aber ein Rentner kurz nach mir Oben an, mit welchem ich mich unterhalten konnte und so verging die Wartezeit auf eine Unverdeckte Sicht im Nu. Es stellte sich hinaus, dass der Mann, ein pensionierter Tierarzt ist, in Queenstown lebt und jede Woche 1 Mal auf den Gipfel steigt um seinen Kaffee zu trinken. Hut ab vor so einer Leistung in dem Alter! Nach einer Stunde lichteten sich die Wolken und man hatte eine wunderschöne Rundumsicht auf Berge und Seen. Queenstown ist bekannt für Adrenalin-Kick Sportarten. Nahe bei der Stadt soll von der Kawarau Brücke der erste Bungy Jump Weltweit vor 27 Jahren gemacht worden sein. Ich schaute mir das ganze Spektakel aus der Nähe an, was sehr unterhaltsam war. Man kann sich 43 Meter an einem elastischen Seil in die Tiefe stürzen. Mir war das aber nicht 285NZ Dollars wert. Viel zu teuer für ca. 2 Sekunden freier Fall 😉

Ich machte lieber eine Kajak Tour im Fjordland Nationalpark beim Milford Sound. Hier kann man in einer kleinen Gruppe von je 4 Kajaks und einem Guide eine ca. 4 Stündige Tour übers Wasser machen. Da es 2er Kajaks waren, hatte ich das Vergnügen mit einem Griechen das Kajak zu teilen. Er sass hinten, wo die Steuerpedale waren. Trotz Regen war es sehr lustig mit ihm, da das Kajak nicht immer machte, was er oder ich wollten 😉 Neben 2 grossen Wasserfällen sahen wir auch einige Pinguine nur ca. 3 Meter von uns entfernt in einer Gruppe schwimmen und ein Seelöwe ca. 2 Meter entfernt, welcher sich hin und her rollte, um seine Verdauung in Schwung zu bringen. Durch die grossen Touristen Schiffe, welche ebenfalls Touren auf dem Milford Sound anbieten, gab es Teils grosse Wellen, was aber das ganze nur interessanter machte. Ich bin auf jeden Fall froh, habe ich mich für die Kajak Tour und nicht für die Schiffs Tour entschieden 🙂

Von Te Anau aus, machte ich dann doch noch eine Schiffs Tour. Einige Neuseeländer haben mir die Tour zum Doubtful Sound empfohlen, da es schöner und weniger touristisch sein soll. Man fährt mit einem Schiff zuerst über den Manapouri See zu einem Kraftwerk, nimmt dann den Bus bis zum Doubtful Sound und besteigt wiederum ein Schiff um dem Fjord entlang bis zum Meer zu fahren. Da ich mich für die frühe Tour, welche bereits um 6:15 Uhr los geht, entschied, waren wir gerade mal 7 Leute! Wir hatten ein Schiff für 45 Leute ganz für uns allein. Das war ein grosses Plus für mich, da man so die Landschaft viel mehr geniessen kann und eher mit anderen Leuten in Kontakt kommt. Der Kapitän des letzten Schiffes nahm sich dann auch Zeit um mit jedem einzelnen Passagier ein Gespräch führen zu können. Da wo der Doubtful Sound ins Meer fliesst, sieht man die Grenze durch einen deutlichen Farbunterschied. Hier gibt es eine Insel, wo es sehr viele Seelöwen hat, wo sich den Tag durch Sonnen und von der Fischjagd erholen. Es war sehr schön diese Tiere mal in freier Wildbahn und nicht nur im Zoo zu sehen.

Von Te Anau fuhr ich ganz in den Süden der Südinsel zum Bluff. Hier soll Thomas Wanderung nach 3000km Enden. Fälschlicherweise wird immer angenommen, dass dies der südlichste Punkt der Südinsel sei. Ist es aber nicht. Es ist der Slope Point. Nahe dieses Punktes gibt es die Curio Bay. Hier sah ich mir den versteinerten Wald an. Dies ist einer der umfangreichsten fossiler Wälder aus der Jura Zeit. Er erstreckt sich von der Curio Bay bis zum Slope Point. Es soll in dieser Bucht auch Hector Delphine und Gelb-äugige Pinguine geben, welche beide sehr rar sind. Leider hatte ich kein Glück sie zu sehen. Da es regnete, blieb ich auch nur ca. 1 Stunde dort und fuhr dann weiter durch die Catlins nach Owaka. Diese Region ist eher dünn besiedelt und besteht aus vielen grünen Hügel und Unmengen an Schafen und Kühen.

Am nächsten Tag hatte ich eine lange Strecke vor mir. Ich fuhr Nordwärts ins Landesinnere zum Pukaki See und weiter zum Mount Cook (Aoraki). Mit 3724m Höhe ist es der höchste Berg Neuseelands. Der Berg ist nach dem Seefahrer James Cook benannt, welcher als Erster Neuseeland umfahren und für Grossbritannien besiedelt hat. Der Tasman Gletschersee beim Mount Cook ist leicht mit dem Auto zu erreichen und nach einem kurzen Fussweg auf einen Hügel, hat man eine wunderbare Sicht auf den Gletscher und den See. Via Hooker Tal, gelangt man zu Fuss zum Mueller See und dann Hooker See, welche auch Gletscher Seen sind. Die Sicht von hier auf den Mount Cook war spektakulär. Nach ca. 1,5 Stunden laufen in segnender Hitze, war ich froh, konnte ich meine Füsse im eiskalten See abkühlen. Es trieben sogar Eisschollen im See vor sich hin, so kalt war es.

Am Morgen hielt ich kurz in Pukaki, wo man Lachs Essen kann. Dieser Lachs wird in einem Fluss, welcher vom Gletscher gespeist wird, gezüchtet. Schmeckt sehr gut! Über den Arthurs Pass gelangte ich wieder an die Westküste der Südinsel, wo ich mir in der Nähe von Westport nochmals Seelöwen anschauen konnte. Vom Cape Foulwind kann man einen Weg zur Tauranga Bucht laufen, wo man die Tiere dann sehen und hören kann. Es gab dort sogar ganz junge Seelöwen, welche man beobachten kann. Da das Wetter momentan so toll ist (nur Sonne, keine einzige Wolke am Himmel), entschied ich mich einen Campingplatz am Meer zu suchen. Diesen fand ich dann etwas abseits der Hauptstrassen beim Mokihinui Fluss, welcher ins Meer mündet. Hier gibt es einen gemütlichen Campingplatz mit grünen Wiesen, direkt am Meer, wo ich nun sitze und diesen Blogeintrag geschrieben habe.

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