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Apr 20

Die Losgedüsten tauchen unter

Da wir uns mittlerweile dazu entschlossen hatten, Mitte Mai am Horizons unlimited Treffen auf Sumbawa teil zu nehmen, haben wir nun eine Menge Zeit, die wir auf den indonesischen Inseln verbringen werden! Silvia hat wieder Gefallen am Gerätetauchen gefunden und ich wollte mir dies auch einmal anschauen. Nachdem ich mich also in Sanur und Denpasar um meine „Sehbehinderung“ gekümmert hatte, war schnell ein Termin in Pemuteran zum Probetauchen und Option zur Durchführung des „open water diver“ Tauchkurses, abgemacht.

Als wir wieder in Pemuteran angekommen waren, ging es am nächsten Tag bereits los! Morgens fand das Probetauchen in Pool und Meer statt und da ich daran Gefallen fand, ging es am Nachmittag bereits weiter mit dem eigentlichen Kurs. In diesem und den folgenden zwei Tagen musste ich über den Mittag und Abends Theoriestoff büffeln und Morgens und Nachmittags gab es praktische Ausbildung im Pool und im Meer. Am Ende des dritten Tages, hatte ich das Brevet in der Tasche, inklusive vier Tauchgängen im Meer. Es folgten dann noch zwei super schöne Tauchgänge von einem Tauchboot aus, mit Silvia zusammen. Für Unterwasserfotos sind wir leider nicht so richtig ausgerüstet, weshalb es hier keine Fotos zu sehen gibt. Eigentlich wären wir ja so ein bisschen ausgerüstet gewesen. Meine wasserdichte Nikon Kompaktkamera hat aber bei einem von Silvias ersten Tauchgängen, vorher in Tulamben, schon bei weniger als der angegebenen Maximaltiefe den Geist aufgegeben.. Rettungsversuche waren erfolglos und somit stand auch die Beschaffung einer neuen Kamera auf der Liste für Singapur.

Singapur, der Plan dort hin zu fliegen hatte sich in den vergangenen Tagen ebenfalls konkretisiert. Nur schon wegen einem neuen Visum für Indonesien. Wenn wir eine Woche in Singapur bleiben reicht uns ein neues 60 Tages Visum für Indonesien und wir kommen um die zeitaufwändige und nervige Verlängerung des Visums in Indonesien herum. Dazu kommt, wie bereits erwähnt, die Beschaffung einer neuen Kette für meine BMW, einer neuen Kamera und unzähligen kleinen Dingen, die es seit langem nicht mehr zu kaufen gab.

Nach dem Unterwasserexkurs in Pemuteran düsten wir also wieder mitten ins Chaos von Denpasar und Sanur zu unserem freundlichen Guesthouse- Betreiber „Rai“, den wir schon von unserem letzten Besuch kannten. Wir hatten einen Deal ausgemacht, sodass wir die Motorräder eine Woche bei seinem Guesthouse lassen können. Rai war wohl ein bisschen überrascht über die Menge an Gepäck, die wir von den Motorrädern abbauten und in einer Gerümpelkammer seines Hauses unterbrachten, aber da musste er durch, auch das war Teil des Deals :-).

Kurz und schmerzlos war dann die Fahrt zum Flughafen am frühen Morgen und der Flug selbst. Am Nachmittag kamen wir in Singapur an. Aus Kostengründen hatten wir uns eine Unterkunft per AirBnB gesucht. Auf dem Weg vom Flughafen dort hin, sind wir bereits das erste Mal shoppen gegangen, ein Motorradzubehör-Laden lag am Weg. Dieser hatte bereits die wichtigsten Sachen, die wir für unsere Motorräder benötigten. Das fing ja gut an! Es fiel auf, wie distanziert die Leute hier sind. Wie zu Hause. Der krasse Gegensatz zu Indonesien, welches keine 200km Luftlinie entfernt ist. Geraten wir dort als „Langnasen“ unter Motorradfahrer, müssen erst einmal dutzende Fragen beantwortet werden und ebenso viele Fotos geschossen werden. Hier bewegten wir uns in völliger Anonymität. Auch unsere Gastgeber, welche uns ein Zimmer für die kommende Woche zur Verfügung stellten, zeigten kein wirkliches Interesse an einem Gespräch. Die nächsten Tage füllten wir mit der Beschaffung der restlichen Dinge auf der Einkaufsliste und dem Beantragen des neuen Visums. Alles verlief reibungslos, die Dienstleister professionell und organisiert.

Die ganze Innenstadt ist ein grosses Einkaufszentrum. Gucci, Prada und so Zeugs, überall. Darunter die Jünger dieser Marken, mit demselben zombiemässigen Blick, wie überall auf der Welt. Die Touristenattraktionen sind allesamt künstlich erzeugt und auf eben diese „Kundschaft“ ausgerichtet. Einen gewissen Reiz kann man diesen Dingen trotzdem nicht absprechen. Die Skyline mit den Logos der internationalen Banken ständig im Hintergrund. Gerade so, als wollten sie sagen: seht her, wir haben auch all dies ermöglicht!

Nebst seiner Rolle als drittgrösster Finanzplatz der Welt, ist der Hafen von Singapur auch einer der grössten Warenumschlagplätze der Welt. Leider sehen die Hafenanlagen wohl weniger prestigeträchtig aus, als die Gebäude der Banker und so ist die einzige Gesellschaft, die Hafenrundfahrten per Boot anbot, vor einigen Jahren Konkurs gegangen. Schade, das hätte mich interessiert.

Auf Sentosa Island befindet man sich am südlichsten Punkt des kontinentalen Asiens. Man hat die Insel zu einem grossen Vergnügungspark ausgebaut. Uns hat aber nichts dort wirklich angesprochen, ausser einer liftartigen Aussichtsplattform von der man einen guten Überblick über Singapur hat und tatsächlich auch einen Blick auf die Hafenanlagen werfen kann.

Nach einer Woche haben wir Singapur mit gemischten Gefühlen wieder verlassen. Einerseits waren wir froh darüber, dass wir fast alle benötigten Dinge besorgen konnten. Zudem war alles sauber, kein Lärm, funktionierende Trottoirs und öffentliche Verkehrsverbindungen waren vorhanden. Andererseits wirkte alles kühl, distanziert, steril, der totale Gegensatz zu dem was ich von den letzten Monaten gewohnt war.

Die gewohnte Portion Chaos gab es dann sofort wieder, als wir auf Bali vom Flughafen mit Uber zu unserem Guesthouse in Sanur fahren wollten. Die Uber-Fahrer befinden sich wohl in irgend einem kriegsähnlichen Zustand mit den Taxifahrern, weshalb die Uber-Fahrer nicht zu dem normalen Abholpunkt fahren können oder wollen. So genau fanden wir das nicht heraus, da auch wieder niemand richtig Englisch sprechen konnte. Auf jeden Fall bedeutete das für uns, planloses Herumirren am Flughafen, bis wir endlich unseren Chauffeur fanden. Andererseits wurden wir später von Rai so herzlich mit einem „welcome home“ und einem netten Gespräch begrüsst, dass wir uns tatsächlich wieder ein bisschen wie zu Hause fühlten.

 

1 Kommentar

  1. Barbara T

    Wow, die Orchideen sind ja der Hammer! Bitte ein paar mit nach Hause bringen…

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