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Dez 01

Erste Tage in Myanmar (30.10.. 2.11)

Von Imphal planten die Emmenreiter und ich eine kurze Tagesetappe in die Grenzstadt Moreh. Dort würden wir dann die letzte Nacht in Indien verbringen. Somit sollte es kein Problem sein, am nächsten morgen die Verabredung mit unserem Guide durch Myanmar wahr zu nehmen. Nach gut 100 gemütlich gefahrenen km an diesem regnerischen Tag kamen wir dann am frühen Nachmittag im neuen und einzigen „westlichen“ Hotel in Moreh an. Es ging nicht lange und Micha begann mit seiner beachtlichen Werkzeugsammlung an den MZ herum zu schrauben. Da ich eh nichts bessere zu tun hatte, half ich ihm bald dabei. Eine Szenerie die sich durch die kommenden zwei Wochen durchziehen sollte: zwei Typen, die vor einem Hotel auf dem Boden an alten Zweitaktmotorrädern schrauben. An diesem Abend war zudem noch Diwali, das hinduistische Lichterfest. Bei einsetzender Dunkelheit begannen viele Leute Feuerwerk ab zu lassen. Auch die Hotelangestellten. Ständig knallten Böller neben uns, während dem wir am Schrauben waren.

Am nächsten morgen wurden wir wie verabredet von unserem Guide, seinem Fahrer und dem staatlich angestellten Aufpasser des Tourismus- Ministeriums an der Grenze empfangen. Alle drei in Longyis – ein lustiges Bild. Wegen Diwali dauerte der Grenzübertritt dann doch etwas länger, gegen Mittag befuhren wir erstmals burmesische Strassen! Der Puls meiner Reise ist nun eine komplett anderer als in den letzten Tagen in Indien. Das Auge freut sich darüber, dass nicht überall Müll herumliegt und keine Leute in bitterer Armut in behelfsmässigen Behausungen am Strassenrand wohnen. Die Nerven freuen sich darüber, dass der Verkehr nicht mehr ständig in irgend einer Art lebensbedrohlich ist und das Gemüt freut sich darüber, dass ich wieder zusammen mit anderen Menschen unterwegs bin. Auf der ersten und zweiten Tagesetappe gab es kein Sightseeing, wir fuhren bloss den ganzen Tag über Land, durch bergiges Gebiet. Am dritten Tag besuchten wir morgens in Monywa eine über hundert Meter hohe, begehbare Buddah- Statue und diverse weitere buddhistische Statuen und Bauwerke. Hier erlebte ich zum ersten mal, wie zugänglich und liberal diese Religion ist. Seit Monaten auf meiner Reise ist die vorherrschende Religion prägend für die Kultur und das Verhalten der Menschen. Hier hatte ich erstmals das Gefühl, dass die Menschen glücklich und fröhlich sind. Andere Weltreligionen schneiden in diesem Punkt deutlich schlechter ab.. Gegen Abend an diesem Tag erreichten wir Mandalay.

 

1 Kommentar

  1. Hansueli

    Lieber Thomas

    Du musst schon noch etwas üben, damit du auch vor dem Motorrad auch so ‚hinhocken‘ kannst wie die Einheimischen (z.B. beim Plattfuss flicken). Aber es bleibt ja noch etwas Zeit.

    Ich wünsche dir und Silvia eine gute und unfallfreie Weiterreise und immer mindestens 5dl Spritreserve (pro Fahrzeug)!

    H.-U aus Bw

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