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Nov 19

Darjeeling (22.10.. 24.10)

Mein Hotel war nicht direkt in Darjeeling, sondern ca. 5km ausserhalb, bei dem „Batasia loop“, wo die Eisenbahnlinie nach Darjeeling spiralförmig verläuft um Höhe zu gewinnen. Es war zwar nur zu Fuss zu erreichen, das Motorrad musste in einer Garagenbox an der Hauptstrasse bleiben, dafür waren die Betreiber sehr nett und gaben mir viele Tipps, was ich alles tun sollte. Am Morgen verliess ich um 4:20 das Hotel, um den Sonnenaufgang von dem „Tiger Hill“ zu sehen. Soll berühmt sein. Viele andere Leute wussten das offenbar auch und so fuhr ich in einer endlosen Schlange von 4×4 Taxis die paar km den Berg hoch. Oben gab es eine Aussichtsplattform und viele geschäftige Frauen, die Tee und Kaffee verkauften. Letzterer half mir, die Wartezeit bis zum Sonnenaufgang immerhin halbwegs in der Senkrechten zu verbringen.

Nachher wollte ich unbedingt noch die „Touristenfahrt“ des „Toytrains“ mit einer alten Dampflokomotive machen. Die Billetschalter hatten natürlich noch nicht offen, als ich vom Tiger Hill zurück kam. Allen Steinen, die einem indische Programmierer in den Weg legen, zum Trotz, habe ich es geschafft, online ein Ticket zu kaufen. Da es noch einige Stunden bis zur Abfahrt dauerte, besuchte ich noch das HMI (Himalayan Mountaineering Institute) Museum, wo es viele interessante Exponate rund um den Himalaya und im speziellen die verschiedenen Mount Everest Expeditionen gab. Die Fahrt mit dem Toytrain dauerte dann total 2,5 Stunden und war nicht so spektakulär, wie ich mir das vorgestellt hatte. Die meiste Zeit folgte die Strecke der Strasse, die ich ja schon vom Hinweg kannte.

Leider habe ich nach der Rückkehr vom Tiger Hill festgestellt, dass das Lenkkopflager von meinem Motorrad das Zeitliche gesegnet hatte. Der Mechaniker in Kathmandu hat mir noch gesagt, dass er es ein bisschen nachgestellt hat, mit dem Resultat, dass die fette Rasterung in der Mittelstellung nun richtig nervt beim Fahren. Wieder loser stellen wollte ich es aber auch nicht, da es sonst noch schneller schlimmer wird. Ich beschloss deshalb, nach dem Sightseeing Tag die Berge wieder zu verlassen und nach Guwahati, der nächst grösseren Stadt auf dem Weg zur Grenze von Myanmar, zu fahren um dort das Problem zu lösen. Ich plante die Strecke in zwei Etappen zu bewältigen. Die erste sollte gemütlich auf kleineren Strassen durch die Berge gehen und am Rande eines Nationalparks enden. Zuerst funktionierte alles gut, aber dann nahm das Chaos wieder einmal seinen Lauf.. Es begann damit, dass nach ca. 20km entspannter Fahrt mit wenig Verkehr, plötzlich ein Stau vor mir lag. Der Stau erstreckte sich über mehrere km und Dörfer und wurde wohl dadurch verursacht, dass es in den engen Dörfern keine Parkplätze gibt und die Leute Ihre Autos deshalb einfach auf der Strasse parken, womit eine Spur blockiert ist. Der Stau kostete mich ca. zwei Stunden. In dem Stau lernte ich einen Royal Enfield Fahrer mit Sozius aus Darjeeling kennen. Man hat ja Zeit.. Wir wollten gemeinsam weiter fahren. Kurz bevor der Stau endete, begann mein Navi, Probleme zu machen. Es startete zuerst neu und stellte dann ab. Es liess sich dann nicht mehr starten. Black Screen. Wie bei Silvias Navi in Usbekistan. Sch… Garmin dachte ich, aber Glück im Unglück, ich habe ja meine indischen Freunde, die sich auskennen. Offenbar haben diese aber nicht so genau verstanden, wo ich durchfahren wollte. Ich verpasste also die Abzweigung zu der guten, Lenkkopflager- schonenden Strasse zu meinem Ziel. Die Inder erreichten ihrerseits irgendwann ihr Ziel, wo ich dann realisierte, dass ich auf der falschen Route war. Da ich nicht zurück fahren wollte, nahm ich halt den Weg, den die Inder mir vor schlugen: durch den „Lava Forest“. Soll schön sein, aber eben, „bad road“. Nun war ich mit meinem Telefon und google maps unterwegs. Da dieses im Kartenfach meines Tankrucksacks ständig irgendwo hin rutschte, wo ich den Displayinhalt nicht richtig erkennen konnte, verpasste ich die Abzweigung zum „Lava Forest“. Ich fuhr dann erst einmal 20km in die falsche Richtung. Also ging es wieder 20km zurück und das Geholpere durch den Wald konnte beginnen. Tatsächlich war die Strecke schön. Nach dem Wald ging es Weiter durch Teefelder. Auch schön. Die letzten km zu meinem Hotel führte mich google dann über Strassen, die eigentlich gar keine sind, sondern bloss Fahrspuren der Bauern zwischen Feldern. Fragende Blicke der Einheimischen. Fragen meinerseits, ob ich jemals bei meiner Unterkunft ankomme. Google behielt aber recht und die Feldwege führten tatsächlich zum im voraus gebuchten Hotel. Dort habe ich nochmals mein Glück mit dem Garmin versucht und oh Wunder, es war nur Scheintot und liess sich mit langem Drücken auf den Einschaltknopf wieder starten. Ein Problem weniger!

1 Kommentar

  1. Emmenreitee

    …ich glaube, google maps india wurde fur indische mopedfahrer optimiert! Was für ein Glücksgefühl, wenn man das Hotelschild entdeckt 🙂

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