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Aug 15

Zentralasien Teil 1 (1.8- 6.8)

Am unserem letzten Tag im Iran fuhren wir zu der Grenzstadt Bajgiran. Da das dortige Hotel nicht mehr in Betrieb ist, bauten wir unser Zelt in dem Park vor dem Hotel auf und verbrachten einen kurzweiligen Abend mit Polizeikadetten aus der nahe gelegenen Polizeistation und einen turkmenischer Lastwagenfahrer.

Der Grenzübertritt nach Turkmenistan am nächsten morgen verlief problemlos, wenn auch wieder mit einer unglaublichen Menge an Papieren und Stempeln.

Die Grenzer haben uns gesagt, wir sollen ohne Stop bis nach Ashgabat fahren, was wir dann auch taten. Es gibt ohnehin keine Ortschaften oder Sehenswürdigkeiten irgendeiner Art auf dem Weg dorthin.

Ashgabat heisst einem mit einem riesigen Portal und 6- spurigen Strassen willkommen. Es würden allerdings auch zwei Spuren reichen, es gibt kaum Verkehr..

Da wir in Ashgabat US$ abheben, turkmenische Manat wechseln und zur Post wollten, fuhren wir kreuz und quer durch die Stadt. Wir fuhren zuerst zu einer Bank, um die US$ zu beziehen. Für das Wechseln der Manat gibt es auf dem Schwarzmarkt einen ca. 60% besseren Kurs als offiziell auf einer Bank. Lustigerweise haben wir es dann geschafft, auf dem Parkplatz der Bank einen Turkmenen kennen zu lernen, der uns zu seinem Geld wechselnden Kollegen geführt hat. Auch wenn wir nur Geld für zwei Tage brauchten, war es doch eine lustige Erfahrung.

Durch diese Fahrten, hatten wir Gelegenheit, die surreale Atmosphäre dieser Stadt zu erleben. Im Zentrum: Breite, mehrspurige Strassen, überall strahlend weisse Prunkbauten. Alles blitzblank sauber, fast schon steril. Jedoch keine Passanten und viele Polizisten. Es ist nicht erlaubt von staatlichen Gebäuden Fotos zu schiessen und aufgrund der vielen Polizisten und unserem nun strafferen Zeitplan, habe ich das auch nicht getan. Nach der Stadtrundfahrt ging es weiter nach Mary. Eine weitere Strasse durch die Wüste, wie wir sie vom Iran her schon zur Genüge kennen. Im Gegensatz zu den Strassen im Iran, ist diese Hauptverkehrsachse durch Turkmenistan jedoch in einem schlechten Zustand. Es gibt tiefe Fahrrillen von den LKWs und viele Schlaglöcher.

In Mary haben wir in einem Hotel übernachtet. Das Highlight war das Abendessen. Da das Restaurant des Hotels geschlossen war (wie immer?!), gingen wir ohne grosse Erwartungen in das empfohlene Café. Offenbar ist das „Café“ eine Art In- Lokal. Es hatte hauptsächlich junge Leute dort, die Bier und Drinks tranken und die Kellnerinnen hatten kurze Röcke an! Nach einem Monat im Iran, ein super Gefühl!

Am nächsten Tag fuhren wir Richtung Usbekistan. Unterwegs hielten wir bei einem kleinen Lokal an der Strasse an, um eine Cola zu trinken. Als wir da sassen, hörten wir plötzlich das bollern von grossen Einzylindermotoren. Es waren zwei Schweizer Jungs mit KTMs. Sie hielten an und wir tauschten uns über unserer Routen aus. Da sie über den Pamir Highway fuhren, war das sehr interessant für uns. Zudem konnten wir ihnen unsere iranischen Rial zu einem fairen Preis abgeben.

Nach einem problemlosen Grenzübertritt nach Usbekistan, kamen wir gegen den Abend in Bukkara an. Wir haben es also geschafft, Turkmenistan in zwei Tagen zu durchqueren!

Wir nahmen uns einen Tag Zeit, um Bukhara zu besichtigen. Die Stadt hat uns mit Ihren Bauwerken aus der Zeit der Seidenstrasse schwer beeindruckt. Zudem haben wir uns in einem Hostel einquartiert, in dem es viele weitere individuell Reisende gab und es war sehr entspannend, seit langem wieder einmal mit Menschen mit demselben kulturellen Hintergrund zusammen zu sein und ein paar Bier zu trinken :-).

Nach dem Sightseeing- Tag, nahmen wir die kurze Strecke nach Samarkand in Angriff und hatten nach der Ankunft dort noch einen halben Tag Zeit um den Registran und das Timor- Lenk Mausoleum zu besichtigen. Vor allen der Registran hat uns umgehauen. Unglaublich welcher Kulturelle und finanzieller Reichtum in der Blützezeit dieser Stadt geherrscht haben muss. Rückblickend betrachtet, wäre es besser gewesen, mehr Zeit in Usbekistan und weniger im Iran zu verbringen. Auch wenn die Gastfreundschaft der Iraner nicht zu schlagen ist, so gibt es doch auch in Usbekistan sehr viel zu sehen, ohne die lästigen Restriktionen des Mullah- Regimes im Iran.

Taschkent haben wir nicht besucht, um mehr Zeit für den Pamir Highway zu haben. Zu dessen Startpunkt, Duschanbe, fuhren wir am nächsten Tag. Die Strassen durch Usbekistan waren noch schlechter als jene durch Turkmenistan und prompt ging durch das ständige Gerüttel das Garmin Zumo Navi von Silvia kaputt. Der erste Defekt unserer Reise! Nach einem langen Fahrtag inkl. Grenzübertritt erreichten wir abends das bekannte Green House Hostel in Duschanbe.

2 Kommentare

  1. Pa & Ma

    Liebe Reisende

    Sehr interessanter Bericht von euch. Das mit dem Bier und der Bekleidung der Kellnerinnen glauben wir euch sofort … Wir hoffen, dass die Inflation nicht auch noch bei uns ankommt und ein Abendessen > 100’000.- kosten wird.

    Wir wünschen euch weiterhin genügend Sprit, keine mech. und el. Defekte (mehr).

    Gruss aus der Gaspésie (Quebec)

    Therese und Hansueli

  2. Sonja

    Wie immer super von euch zu lesen.. tolle lektüre..freue mich immer wieder auf den neusten bericht.. lg aus dem schwyzer ländle Sonja

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